Oberhaveltischtenniscup "Jubiläumsturnier 2018"

Kurz nach den Spandauer-Meisterschaften Mitte August folgten wir zwei Wochen später erneut der Einladung zu einem Turnierbesuch. Dieses Mal waren es unsere langjährigen Weggefährten vom TTC Leegebruch (ehem. BW Leegebruch), welche ihr Turnier um ein wenig Kreuzberger Charme bereichern wollten.

Vor vielen Jahren, als der BW Leegebruch noch das größte Berlin-Brandenburger Osterturnier ausrichtete, waren wir dort regelmäßig zu Gast. Dieses Jahr boten gleich zwei Jubiläen Anlass, um in Wettbewerbsatmosphäre zum Schläger zu greifen: Leegebruch feierte sein 90. Ortsjubiläum und Velten feierte 50 Jahre Tischtennis.

Vom TTC Südost dabei waren Thorsten Langner, Ryan Schneider, Wolfgang Siemen und Felix Mandrella. Letztgenannter spielte diesmal den Fahrer und sammelte Thorsten und Ryan in den frühen Morgenstunden von zu Hause ein. Hier verschenkten wir leider noch 20 Minuten, da der Fahrer die Anzahl der nach Ernst Thälmann benannten Straßen in Brandenburg deutlich unterschätzt hatte.

Das Turnier selbst hat uns allen sehr gut gefallen. Der Ablauf war gut organisiert, wir hatten keine langen Pausen und die Turnierkantine fuhr alles auf, was einem das Warten aufs nächste Spiel angenehm verkürzte. Technisch waren die Brandenburger auf der Höhe der Zeit. Angesetzte Begegnungen, laufende Spiele und Gruppenstände, all das war über große Flachbildschirme vor der Turnierleitung live ablesbar.

Als unterhaltsamer Running-Gag der Turniers etablierte sich schnell die computerisierte Ansage der Spiele. Solange die Namen der Protagonisten ohne Umlaute und "handelsüblich" waren, funktionierte die Sache sehr gut. Waren die Namen aber etwas ungewöhnlicher und eventuell gekürzt, gab die Software auf und buchstabierte einfach, was durchaus erheiternd war. Mir persönlich wären solche Ansagen zwar zu unpersönlich, aber für große Turnier kann das durchaus Sinn machen.

Dem Trend der durchmischten Klassen trug auch der Oberhavelcup Rechnung und verzichtete auf eine Unterteilung nach Damen und Herren. Lediglich Nachwuchs und 18+ wurden getrennt. Bin mir immer noch unentschlossen, ob ich das gut finden soll. In der Regel stelle ich fest, dass die Damen, die bei solchen Turnieren antreten, in der Regel schon über eine konkurrenzfähige Spielstärke verfügen und um den Titel mitspielen können. Was aber ist mit den Damen unterhalb von 1200 Punkten? Wo bleiben die? Nun ja, dass Thema gehört hier nicht wirklich her und muss woanders diskutiert werden.

Im Einzel gelang mir das Kunststück, mit 2:1 Spielen nicht aus der 4er-Gruppe zu kommen. Fünf Bälle fehlten mir zum Erreichen der K.O.-Runde.

Das insgesamt stärkste Wochenende hatte Ryan erwischt: Im Einzel scheiterte er nach großem Kampf im Viertelfinale am späteren Sieger.

Im Doppel standen wir bei 9:9 im fünften kurz vor dem Finaleinzug, aber es sollte nicht sein. Der Gegner schoss zunächst meinen Aufschlag parallel ein. Zum ersten Mal überhaupt im ganzen Spiel. Davor hatte er stehts die untere Seite der eigenen Netzhälfte im Visier. Bei 9:10 zieht Ryan einen Vorhandschwinger, der erst die Netzkante streichelt, um dann einen Nanometer an der gegnerischen Tischhälfte vorbei zu fliegen. Bis dahin lag Ryans Trefferquote bei gefühlt 9 von 10. Vielleicht war es der Kopf, vielleicht Pech, man weiß es nicht. Mit Bronze waren wirs jedenfalls auch zufrieden, die Spiele haben alle Spaß gemacht und das ist schließlich das, was zählt.

Nach dem Turnier aßen wir noch zusammen Kantinenreste und unterhielten uns ein wenig mit anderen Turnierbesuchern. Unser Fazit: Ein tolles Turnier in einer schönen Halle, welches unsere Buddies vom TTC Leegebruch da auf die Beine gestellt haben. Vielen Dank für die Einladung, Matze und Beckham! Sollte es im nächsten Jahr eine Neuauflage geben, sind wir gerne wieder dabei.