TiBiDa Duo 2016


TiBiDa Doppel-Turnier in Leipzig (9./10. Januar 2016)

Leipzig im Freistaat Sachsen um 1316 n. Chr.

Es begab sich zu der Zeit, das neue Jahr war erst ein paar Tage alt und noch halbgefroren, als die Regentschaft zweier großer Brüder sich dem Ende neigte. Neue Thronfolger wurden gesucht, sich in der Arena zu messen und die drei Künste erneut unter einem Zepter zu einen.

Erneut schickte Edelmann Alexander der Heisere Kunde durch das Land, jedes Haus möge seine vorzeigbarsten Repräsentanten zum Wettstreit an den Leipziger Hof entsenden.

Einer der Leutzschen Herolde erreichte auch das ferne Berlin und sollte nicht unerhört bleiben.

Und so trug es sich zu, dass auch der TTC Südost, die ruhmesumwitterte Heldenschmiede zu Kreuzberg, sich auf die Suche begab nach den wohl Tapfersten unter vielen Gleichen.

Wie die Sache damals ausging, ist leider nicht überliefert. Vermutlich ist schon eine handvoll der Recken bei der Anreise aufgrund des Nicht-Vorhandenseins von laktosefreier Milch ums Leben gekommen. Der Rest hat den ersten Turniertag wahrscheinlich noch halbtot überstanden, ist dann aber des Abends zu lang in der Dorfschänke eingekehrt und hat dort im Übermaß Kondition gegen Kalorien, Meisterschaft gegen Met und Schlaf gegen Schunkelei getauscht.

700 Jahre später. Es nährt sich die nunmehr achte Auflage der Neuzeit. Aus Axtwerfen, Hahnenkampf und Tjosten ist mittlerweile Tischtennis, Billard und Dart geworden.

Immer noch versuchen wir Südostler die magische Pforte zur Endplatzierung 1-16 aufzustoßen. In diesem Jahr wollten sich folgende Teams um diese heroische Ersttat bewerben. Stephan und Manu, Alfred (wieder eigens aus München angereist!) und Wolfgang, Stefan mit Ex-SOler Andreas und das von Kennern des Sports im Vorfeld zu Recht als wohl stärkstes gehandelte Team, Ryan und Felix.

Die Anreise verlief unspektakulär und schnell. Gegen frühen Abend hatte auch die letzte Gruppe SOler das wunderschöne Penta-Hotel erreicht, welches uns, Ryan sei Dank, erneut als komfortable Herberge für die kommenden zwei Tage dienen sollte.

In der Billard-Lounge traf man sich dann bei ein paar Runden Pool und Sportgetränken zur gemeinschaftlichen Akklimatisierung. In gut gelauntem Ambiente wurde dann noch auf Stefans gestrigen Geburtstag angestoßen und ein paar Geschenke unter Gesang und Lobpreisung überreicht.

Anschließend fuhren wir zusammen, wie in jedem Jahr, noch zum warm-up ins Pool, wo wir uns bei Dart, Billard und weiteren Sportgetränken noch ein wenig gegenseitig testeten. Ganz ohne Rückhand geht es dann bei Stephan aber wohl doch noch nicht. Im Gegensatz zum Tischtennis hatte er aber an diesem Abend eine 100% Quote. Leidtragender dieses geschichtsträchtigen Moments waren in diesem Fall Ryan und sein noch zu 7/8 gefülltes Bier, welches nun großflächig im textilen Tretbelag ungenossen versickerte.

Der Tagesanbruch und die Zeit danach waren im Nu vergangen und man beschloss, wenigstens noch ein plurales Guthaben von Schlafstunden in die Pentamatratzen zu investieren.

Das Frühstück ein paar Stunden später ließ dann wie erwartet fast keine Wünsche offen. Gut gelaunt und noch ungeschlagen, gönnte man sich Sekt, Omelettes und den gewohnten Dirty-Talk aus dem Einmachglas der Eitelkeiten als motivierende Tischkonversation.

Auf dem Weg zum Pool im Großraumtaxi erfuhren wir dann von unserer Fahrerin Wissenswertes über Leipzig. Einwohnerzahl, Route zum Kulkwitzer See und eine Abkürzung zur Erich-Zeigner-Allee.

Bei der Ansprache vor allen TiBiDianern präsentierte uns Alex dann mit stolzgeschwelter Brust Sohn Rufus, Organisator von TiBiDa 2040 in spe.

Ryan und ich starteten dann mit der für uns im Vorfeld schon als denkbar ungünstig gesehenen Reihenfolge in Form von Billard (nahezu unschlagbar, egal zu welcher Stunde), Dart (wer braucht schon Dart) und Tischtennis (Bewegungsspiel nach einem langen Tag).

Das Grün, unendliche Weiten. Kein Caddy, kein Eisen sondern nur ein Holz. 5:2 lautete unsere Bilanz in Disziplin 1 am Ende. Ein 6:1 wäre durchaus drin gewesen, aber man muss ja auch mal gönnen können.

Danach ging es dann zur Glücksspiel-Sektion vom TiBiDa. Ein Kreis, zwei Farben, Gerade oder Ungerade, nichts geht mehr (daneben). Beim klasisschen, horizontalen Roulette wären wir sicherlich erfolgreicher gewesen. Bei der vertikalen Variante, bei der Kugel gegen Pfeil getauscht wird, ist der Zufall zumeist gegen uns.



Diametral zum Harzkugelversenken salierten wir hier mit einer 2:5 Bilanz stark defizitär. Egal, zwei Spiele gewonnen, wir sind stolz. Gerade nach den ersten beiden Partien hatten wir hier doch gedanklich schon mit einer James Bond Bilanz abgeschlossen.

Letzte Disziplin Tischtennis. Hier heißt es nochmal, sich zusammen zu reißen. Schließlich ist das ja unsere Kerndisziplin und dann will man sich ja nicht blamieren. Erste Wettkampfregel für den abendlichen Tresentalk am Samstag ist schließlich, "wer hier vermacht, wird ausgelacht".

Wie am Morgen schon beim Billard, lieferten wir aber auch beim Zelluloidschach die einkalkuierte Leistung nahezu ab. Im Gegensatz zur Vordisziplin hatten wir hier nur sehr selten Schwierigkeiten die 11 auszumachen und gewannen mehrheitlich in zwei Legs. Final beschlossen wir somit völlig verdient Wettkampftag Nummer 1 mit 5:2.

Dank einer gut aufgelegten Taxifahrerin, die sich mit Stefan auf der Rückfahrt eine fondfüllende Diskussion über Gott, die Welt und ihre Schwester lieferte, verging die Heimfahrt zum Hotel wie im Fluge.

Die meisten von uns wollten dann noch eine Dusche nehmen, um sich für den Abend gesellschaftsfähiger zu machen. Gerüchten zufolge gab es aber auch ein Team, welches sich einfach nur kurz zum abtrocknen aufs Zimmer zurückzog, um die voluminösen Körper vom Salzfilm zu befreien, der sich dort aufgrund skandalöserer und völlig unverdienter Umstände aufgrund ihres sportlichen Abschneidens gebildet hatte. Aus Rücksichtnahme gönnten wir uns also eine kleine Pause und trafen uns symbolisch gegen 3 nach 9 wieder in der Lobby zur Beratschlagung über die weitere Verbringung des Abends.

Und hier zeigte sich bereits, welche tiefen Breschen der entbehrungsreiche erste TiBiDa-Tag ins SO`sche Oktett geschlagen hatte.

Nur noch die Hälfte der anwesenden Triathleten hatte noch genug Kampfeswillen in sich, um trotz des mittlerweile vorherrschenden Bodenfrosts dem benachbarten Barfussgässchen seine Aufwartung zu machen.

Schlitternden Schrittes durchrutschen wir die wirklich schöne Leipziger Altstadt und durchquerten im steten Wechsel Zonen kalter Abendluft und lauer Heizpilzausdünstungen.

Das einzige Etablissement, was uns mit dem Blick auf freie Tische lockte, war das "Kartoffelhuis" am Ende des gar nicht so spektakulären Kneipenmeilchens.

Warum es hier noch Platz im Überfluss gab, zeigte sich gleich nach den ersten Gabelstichen in die georderten Kadaver. Gut geht wahrlich anders. Aber wer im Glashaus spielt...

Nach Mitternacht zurück im Hotel, konstatierten wir nach einem schnellen Rundumblick das völlige Fehlen etwaiger Südostler im Barbereich des Hotels. So wirklich gerechnet hatte damit allerdings auch niemand. Spontan beschlossen wir, uns noch zu einer kleinen Exkursion über schottisches Goldwasser zur kollektiven Leberveredlung in Stefans Einzelzimmer einzufinden.

Mit mit Flüssiggold gefüllten Gläsern in den Händen fachsimpelten wir dann noch eine Weile über die taktische Marschroute für den nächsten Tag und ließen das Erlebte Revue passieren.

3-4 Stunden später dann beim Frühstückstisch die erste Schreckensmeldung des Tages: Alfred hatte am Vortag beim Tischtennis wohl zu oft in der Nähe von Wolfgangs Topspinschwingern gestanden und sich die Augen am Zug entzündet. An eine Teilnahme war so nun nicht mehr zu denken, da jetzt die Genesung und die anstehende Heimkehr in den Süden der Republik natürlich Vorrang hatten. Alfred ist im örtlichen KKH behandelt worden und auch sicher wieder zu Hause eingetroffen, um das gleich einmal an dieser Stelle zu erwähnen.

Der Rest der SO-Teams, allesamt im Spiel um die Plätze 17-32 vertreten, machte sich nach kurzem Check-out mit müden Augen und schmerzenden Knochen auf ins Pool, wo Tag zwei auf uns wartete.

Wie sich in den letzten Jahren gezeigt hat, sind die Erwartungen an die zweite Hälfte des Turniers grundsätzlich niedriger anzusiedlen. Wenig Schlaf und Talent, dies durch Können wieder auszugleichen, sorgen dann doch sportartüberschreitend immer für einen recht qualitätsbefreiten zweiten Auftritt.

Mit Ryan und Felix unter den Top 20 bestätigte zwar immerhin eines der SO-Teams die gesteckten Erwartungen, an eine Platzierung unter den ersten 16 war aber erneut nicht zu denken. Was solls, manche Ziele dauern eben länger. Vielleicht im nächsten Jahr, vielleicht aber auch erst wenn Rufus der 7. zum Vergleich im Lichtschwertfechten, Wookieweitwurf und Holodeck-Halma ruft.

Spaß hat es wie immer gemacht, gar keine Frage.

TiBiDa – Wir komm wieda!!!

Fotos mit freundlicher Genehmigung der Seite www.tibida.de entnommen.